Widerständige_Beziehungen

Gegenwartsbewältigung in Performance
Performance in Fuerstenberg
Blick nach Ravensbrueck

Widerständige_Beziehungen

Das im Februar 2017 gestartete Projekt verband wissenschaftliche und (partizipative) künstlerische Formen der Arbeit miteinander, mit dem Ziel neue Perspektiven und Zugangsformen zu Gedenkstättenarbeit und der künstlerischen Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte zu erschließen. Ausgangspunkt des Projekts waren Selbstzeugnisse in Archiv und Ausstellung der Mahn- & Gedenkstätte Ravensbrück, nämlich Geschenke, die in Ravensbrück inhaftierte Häftlinge einander gemacht haben. Dabei sah das Projekt Geschenke in Beziehungen unter den Häftlingen im KZ als „offenen Protest gegen die Entwürdigung. Alles konnte die SS verbieten, uns zu Nummern degradieren, uns mit dem Tode bedrohen, uns versklaven - in den Gefühlen zu einander blieben wir frei und unantastbar.“ (Zitat M.Buber-Neumann aus "Milena, Kafkas Freundin"). Die Geschenke waren der Ausgangspunkt für eine geschlechterreflektierte Arbeit über (Freundschafts- & Liebesbeziehungen als) Widerständigkeit im Kontext des KZ. Im Dialog mit wissenschaftlicher und historischer Arbeit verfolgte die künstlerische Auseinandersetzung mit den Objekten das Ziel, möglichen Ritualisierungen und Gewohnheiten der Erinnerungspraxis entgegen zu wirken. Durch den Fokus auf Akte des Schenkens im KZ Kontext, welche sich im Detail immer historischer Forschung entziehen werden, wurde der Autonomie der Individuen, die hinter den Geschenken stehen, entsprochen werden. Zudem ist Frauengeschichte oft verborgen, da sie nicht öffentliche/dokumentierte Geschichte ist. Der mehrstufige Arbeitsprozess von wissenschaftlicher und künstlerischer Recherche, Performances im öffentlichen Raum, Arbeit mit Jugendlichen und einer abschließenden Installation im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam im März 2018 verfolgte das Ziel, dieser Herausforderung beispielhaft zu begegnen. Eine im Projekt erarbeitetete Broschüre widmet sich der Frage widmen, welche Möglichkeiten und Grenzen in wissenschaftlichen bzw. künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus liegen und welche Implikationen sich daraus für kulturelle und historische Bildungsarbeit ergeben.

Das Projekt wurde gefördert von der Stiftung EVZ - Erinnerung, Verantwortung, Zukunft


Download der Broschüre des Projekts Widerständige_Beziehungen mit den Beiträgen

"Leise spielen. Aspekte künstlerischer Arbeit mit Zeugnissen von Verfolgten des Nationalsozialismus" von Stella Hindemith.

"Punk und Performance: Ein DIY-Erinnerungsort als Motor zivilgesellschaftlicher Kommunalentwicklung" von Kai Jahns und Stella Hindemith.

"Gegenwartsbewältigung. Anmerkungen zur paranoischen Poetik" von Max Czollek.