Hachscharah

Hachschara Impression
Erinnerungsarbeit vor Ort

In vielen Teilen des Deutschen Reiches befanden sich in den 1930er Jahren Heime oder Lager der sog. Hachschara Bewegung, insgesamt wohl mehr als 130. Diese beispielgebende Bewegung jüdischer Selbstorganisation und kooperativer Unterstützung ging hervor aus der ausdifferenzierten jüdischen Wohlfahrtspflege und bündischen Jugend der Weimarer Zeit. Während der NS-Zeit wandelte sich das freiwillige „Tauglichmachen“ (Hachschara) für die Auswanderung nach Eretz Israel / Palästina zu einer Form widerständiger Selbstbehauptung gegen Verfolgung. Im internationalen Netzwerk der (bereits 1917 gegründeten) zionistischen Pionierorganisation Hechaluz konnte Tausenden Ausbildung, Flucht in verschiedene Länder, Überleben und Widerstandsaktionen im Herrschaftsbereich der Nazis ermöglicht werden. Einer der Schwerpunkte der Bewegung war die Region rund um Berlin, mit 24 solcher Heime und Einsatzorte nachgewiesen für die Zeit 1933-1941.

Als Thema der historisch-politischen Bildungsarbeit besitzt die Hachschara Bewegung beispielloses Potenzial. Wie sich in einem ersten Pilotprojekt des Instituts für Neue Soziale Plastik 2018 gezeigt hat (Förderung Kulturland Brandenburg und Aktionswochen gegen Antisemitismus des Anne Frank Zentrums und der Amadeu Antonio Stiftung) können so neue Zugänge und Anknüpfungspunkte für die historisch-politische Bildungsarbeit und die Arbeit gegen Antisemitismus geboten werden.